Die Politik sagt immer: „Da kann man nix tun“

Tiroler Tageszeitung: Motorradlärm in den Bergen.

Tiroler Tageszeitung: Motorradlärm in den Bergen.


Tatort Tirol: In den Bergen und Mittelgebirgsregionen wirkt Motorradlärm besonders krass: Kurven und Anstiege bedeuten laustarke Last- und Beschleunigungswechsel, dazu kommen die Schallreflexionen durch die Topographie und die Tatsache, dass hier der „Sound“ dem Erholungsanspruch der Menschen und der Natur am nächsten kommt. Die Tiroler Tageszeitung berichtet über die Lärmseuche.Schön das Zitat von einem Ortsbürgermeister: „Es kann doch nicht sein, dass eine Ducati mit 110 Dezibel durchs Tal brettern kann, nur weil es so im Typenschein steht, und ein Heugebläse, das zweimal im Jahr mit 40 Dezibel läuft, ein Problem darstellt. Wo ist da die Politik? Wer segnet so einen Schwachsinn ab?“ Die Antwort: Die Politik. So kocht man sich ein Normensüppchen: Ein paar Sachverständige hocken ein paar Jahre über einer neuen Norm mit dem Ziel, auf dem Papier zwei Dezibel zu präsentieren, die in Wirklichkeit der Industrie beim Lärmproduzieren dank Techniktricksereien freie Hand lassen. (Industrie = Hauptauftraggeber von Lärmsachverständigen). Und weil die Politik nicht versteht, was sie da absegnet, können die Piloten in Ruhe wieder ein paar Jahre mehr Lärm machen. Noch Fragen? Motorräder und Sportauspuffe (und das ganze andere motorisierte Blechspielzeug für grosse Jungs) wurden in den vergangenen Jahrzehnten doch immer wieder strengeren Auflagen unterworfen. Merken Sie was?

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Hotspots

Bilanz: 43 % zu schnell, 20 % manipuliert

SchildLärm

Auch durch Hinweisschilder wird versucht, Motorradfahrer zu einer vernünftigen Fahrweise anzuhalten. Messungen zeigen, dass sich der Großteil auch daran hält. Durch den Anstieg der Zulassungszahlen bei Motorrädern sind aber weiter steigende Lärmemissionen und Geschwindigkeitsüberschreitungen zu befürchten.

Straubing-Bogen (mw). Beim Motorrad steht seit Jahren die Freizeitfahrt im Vordergrund und nicht mehr die Fahrt zum Arbeitsplatz. Öffentliche Straßen werden so, vor allem an Wochenenden, zu Freizeitanlagen. Problematisch sind hier die Motorradfahrer, die durch rücksichtslose Fahrweise oder manipulierte Auspuffanlagen meinen, ihre Fahrt auch akustisch darstellen zu müssen. Seit einiger Zeit arbeitet im Landkreis eine Anwohnerinitiative mit Mandatsträgern und Behörden an diesem Problem. Erste Erfolge, die auch zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit beitragen, stellen sich nun ein. Ein großes Kompliment an dieser Stelle an die CSU im Landkreis: die tut was für Anwohner und Erholungssuchende!

Nach der Fernsehsendung „Jetzt red I“ im vergangen Jahr, in der auch das Motorradlärmproblem thematisiert wurde, hat das Straßenbauamt Passau eine Verkehrserhebung beauftragt. Im Zeitraum von 13 Tagen wurden an zwei für Motorradfahrer beliebten Streckenabschnitten jeweils knapp 60.000 Fahrzeuge und davon rund 5.500 Motorräder erfasst. Die Ergebnisse bestätigen die Anwohnerklagen, dass an Wochenenden und vor allem bei schönem Wetter sehr viele Motorradfahrer lärmend und rasend unterwegs sind. So wurden allein an einem sonnigen Sonntag bei einer Messstation bei St. Englmar rund 900 Motorräder gezählt. Ebenso werden die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zum Teil deutlich überschritten. Bei einer Station, an der man 5304 Zweiräder zählte, wurde die zulässige Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer von 2286 Motorrädern, also von mehr als 43 Prozent, überschritten. Davon erreichten 824 Motorräder über 120 Kilometer pro Stunde und 14 Motorräder sogar über 200 Stundenkilometer. Bei der zweiten Messstation ergab sich ein ähnliches Bild. Anfang Mai 2016 führte das Polizeipräsidium Niederbayern eine groß angelegte Motorradkontrollaktion im Kreis Straubing-Bogen, Kreis Regen und Deggendorf durch. Bei etwa 20 Prozent der überprüften Motorräder wurden meist technische Manipulationen festgestellt, bei rund 10 Prozent war dadurch sogar die Betriebserlaubnis erloschen. Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Dimension der von den Anwohnern vorgebrachten Belastungen. Desweiteren erfolgen auch von Seiten des Landkreises und der Mandatsträger verstärkt Bemühungen, hierbei die Verkehrssicherheit zu verbessern. So stellte das Landratsamt bereits zwei Hinweistafeln zur lärmschonenden und angepassten Fahrweise in Neukirchen und St.Englmar auf. Der CSU Kreisverband Straubing-Bogen arbeitet seit einigen Monaten an einer Zusammenstellung von besonders kritischen Stellen im Landkreis, welche vor allem bei lärmenden Rasern sehr beliebt sind. Bei der Erstellung dieser Auflistung wurde sowohl das Sachgebiet Verkehr des Landratsamts, die CSU-Ortsverbände im ganzen Landkreis als auch zahlreiche Anwohner mit einbezogen. In einigen Wochen ist eine Präsentation dieser Arbeiten vorgesehen. Die Gesundheitsgefährdung durch Motorradlärm ist leider für Außenstehende oft schlecht nachvollziehbar, da diese dem Lärm nur kurzzeitig ausgesetzt sind und sich dann wieder in ihrer gewohnten Umgebung erholen können. Bei den Anwohnern ist es jedoch so, dass deren Entspannungszeiten zeitlich genau mit der Lärmbelästigung zusammenfallen. Das wirkt über einen längeren Zeitraum sehr belastend, bis hin zum Dauerstress mit entsprechenden Symptomen. Aber auch Ruhe suchende Gäste sind gestört. Die Zulassungszahlen von Motorrädern im Landkreis Straubing-Bogen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und werden wohl auch weiterhin zunehmen. Ohne ein starkes Vorgehen gegen den Teil der Fahrer, die man als ohrenbetäubenden Raser bezeichnen kann, werden also sowohl die Anwohner als auch die allgemeine Verkehrssicherheit weiter darunter leiden.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, UBA Getagged mit:

Muttertags-Krach in Straubing

In Straubing trauten Anwohner rund um einen Supermarkt am Muttertag ihren Ohren nicht. Zum „Generation Braaap Meet 2k16“ trafen sich überwiegend Leichtkrafträder, um mal richtig die Sau rauszulassen. Wie das schon 2015 ablief, lässt sich hier nachvollziehen – und hätte die Verantwortlichen bei der Stadt Straubing warnen können.

Das über Facebook angekündigte Biker-Treffen sorgte für mächtig Ärger, wie das Straubinger Wochenblatt berichtet. Die Veranstaltung war von der Stadt genehmigt – und kilometerweit zu hören. Anwohner beklagten den weiträumigen Lärmpegel: „Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr.“ Der Kreisverband Straubing-Bogen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kritisierte die „Muttertags-Krach-Veranstaltung“ scharf. Johann Meindorfer vom VCD fordert laut Wochenblatt ein „sofortiges Einschreiten gegen diese gesundheitsschädigende Verlärmung, die auch auf öffentlichen Straßen stattfinet.“

(Kleine Anmerkung der Redaktion: Lieber VCD, diese Verlärmung findet nicht nur in Straubing statt, sondern an den Hotspots auf öffentlichen Straßen jedes Wochenende und jeden Abend bei schönem Wetter. Ihr hattet als „vernünftiger Verkehrsclub“ nur noch nicht Zeit oder Muße, Euch des Themas anzunehmen.)

Nun: Man muss annehmen, dass die Mehrzahl dieser Krachmacher mit ihren Fahrzeugen mit der gleichen Lärmkulisse auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Warum sonst wird peinlich genau darauf geachtet, dass die Nummernschilder und Gesichter abgedeckt werden? Die Polizei ist jedenfalls nicht eingeschritten, weil die Sause ja genehmigt war. Auf Rasenmähen am Muttertag stehen Ordnungsgelder bis zu 10.000 Euro…

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Medienberichte, Polizei

Tourismus im Sauerland gegen Motorradlärm

Im Sauerland bauen die Tourismusvertreter eine Front gegen Raser und Lärmer auf: „Leider kommt es in der warmen Jahreszeit auch im Sauerland immer wieder zu massiven Lärmbelästigungen durch rasende Motorradfahrer“, sagt Eckhard Henseling, stellvertretender Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus und selbst Biker aus Leidenschaft in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die im vergangenen Jahr initiierte Kampagne „Laut ist out“ geht in die zweite Runde – damit will der Sauerland-Tourismus auch 2016 wieder ein Zeichen gegen Motorradlärm setzen. In der Freizeitregion Sauerland ist Lärmbelästigung durch Motorradverkehr ein viel diskutiertes Thema. das zu Beginn der Saison wieder in den Fokus rückt. Sauerland-Tourismus hat in Zusammenarbeit mit den Kreispolizeibehörden des Kreises Olpe, des Hochsauerlandkreises und des Märkischen Kreises bereits im vergangenen Jahr die Kampagne „Sauerland… laut ist out“ ins Leben gerufen. Diese wird nun fortgeführt.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Medienberichte

Krötenschutz vor Anwohnerschutz?

Schild in Eimbekhausen

Anti-Motorradlärm-Schild in Eimbeckhausen

„Wir geben nicht auf – wir haben erst angefangen“ – so beginnt der Beitrag über eine neue Bürgerinitiative in Niedersachen: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet aus Eimbeckhausen, einem Ortsteil von Bad Münder, und sprach dazu auch mit BUND AK-Motorradlärm-Sprecher Holger Siegel. In dem kleinen Ort in Niedersachsen hat die Saison wieder begonnen – die Anwohner der Nienstedter Straße haben ein Schild an den Ortseingang gestellt: „Hoffentlich ist das ein Signal an die Motorradfahrer“, sagt eine Nachbarin. „Wir haben mehrfach bei der Polizei um Hilfe gebeten, weil der Straßenterror nicht auszuhalten war“, sagen die Initiativler.  Und: „Die bisher angeleiteten Maßnahmen haben nur kurzfristige, meistens aber gar keine Wirkung gehabt“. Im Nachbarort werde für eine Krötenwanderung eine Verbindungsstraße für den gesamten Verkehr zeitweise gesperrt. „Und hier?“ Hier können Sie den Beitrag Lesen oder Nachhhören.

Veröffentlicht in Gesetze, Hotspots, Medienberichte, Polizei, VAGM Getagged mit:

Lärmdisplays sollen helfen

Die Baden-Württembergische Landesregierung arbeitet sich weiter am Thema Motorradlärm ab. In Todtmoos und in Löwenstein wurden neue Lärm-Displays aufgestellt, die laute Biker zur zurückhaltenden Fahrweise auffordern. Die Südwestpresse und andere berichten.

Die Südwest Presse berichtet über Versuch in Baden-Württemberg.

Die Südwest Presse berichtet über Versuche in Baden-Württemberg.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, VAGM Getagged mit: , ,

TV-Diskussion: Sind Biker Täter oder Opfer?

Zur Sache im Rhein Neckar Fernsehen: Diskussion auch zum Thema Motorradlärm

„Zur Sache“ im Rhein Neckar Fernsehen: Diskussion zum Thema Motorradlärm.

Im Rhein-Neckar-Fernsehen wird über Motorradlärm diskutiert: Motorradsaison 2016 – Sind die Biker Opfer oder Täter? Neben dem VAGM-Vorsitzenden und Sprecher des

Bildschirmfoto 2016-05-01 um 20.12.05

Holger Siegel, Sprecher des Arbeitskreises Motorradlärm im BUND WN, während der Diskussion.

AK-Motorradlärm im BUND, Holger Siegel, diskutieren Biker-Union Chef Rolf Frieling, Bikers-News Redakteur Dr. Michael Ahlsdorf und der Mannheimer Verkehrspolizei-Chef Dieter Schäfer mit Moderator Kim Koschorreck. Erstaunlich die Einigkeit der Runde (und hierzu vor allem einen Dank an Michael Ahlsdorf), dass die neuen Lärmschutzregeln nach ECE 41 R nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Den Beitrag in voller Länge gibt es hier nachzusehen.

Veröffentlicht in Allgemein, BMW Motorrad, Gesetze, Hotspots, Medienberichte, Meinung, Polizei, VAGM

Zum Tag gegen den Lärm

Bildschirmfoto 2016-04-28 um 10.12.20

Aktionsplakat zum Tag gegen den Lärm 2016.

Am 27. April fand zum 19. Mal der „Tag gegen Lärm“ statt. Dazu erreichte uns ein Beitrag einer Betroffenen:

Es könnte ein jährliches Ereignis werden, der Leserbrief zum Thema Lärmbelästigung durch Motorräder. Doch Vorsicht: psychologisch ist jemand, der sich beklagt, schon per se „ein Opfer“, wie es heute so heißt. Frustration ist ja immer die Schuld des Frustrierten, oder?

Kaum scheinen die ersten Sonnenstrahlen, lesen wir in der Zeitung von Motorrad-Unfällen. Die Saison ist also eröffnet. Wer kennt das nicht: Ich fahre auf einer Schnellstraße und aus dem Nichts kommt eine Rakete angeschossen, die mich schneidet. Schreck mit Herzschlag: es war ein Motorrad! Ein Zitat aus einem Kommentar (im Internet vom 5. April eines Landhotels in Bayern), der übertitelt ist: Hotellerie in vielen Regionen ächzt unter Motorradlärm! „Da insgesamt die Akzeptanz in der Gesellschaft für diesen Wahnsinn nur ein Abbild des derzeitigen Zustandes der Gesellschaft ist, sind wir über substantielle Fortschritte in diesem Thema eher pessimistisch, da auch von Landratsamt, Polizei und Gutachtern immer auf höhere Stellen – EU, Halterhaftung usw. verwiesen wird. Sie sehen, irgendwie ist die Luft bei uns eher abgelassen worden und wir hoffen – zynischerweise – auf ausreichend Unfälle. Dies ist, laut derzeitig allgemeiner Auskunft, der einzige Weg eine wesentliche Änderung bei Geschwindig-keitsbegrenzungen und bei Streckensperrungen – wenigstens am Wochenende zu erreichen. “

Wer sich für dieses Thema interessiert, findet hundertfach Möglichkeiten, sich im Netz zu informieren. Leider ist der Tenor einhellig: Es gibt nichts, was der Einzelne tun kann, um diesen Terror zu unterbinden. Es wird immer auf höhere Stellen z. B. EU, verwiesen, wo der Sand tief ist.

Zum o. g. Tag gegen Lärm gibt es eine interessante Homepage.

Wenn ich also auf meiner Terrasse sitzen möchte, muss ich mir Ohrenschützer aufsetzen, denn an Wochenenden und Feiertagen kann ich von morgens bis abends das ganze Knatter- und Röhrspektrum erleben, das Motorräder so bieten können. Ganze Ketten von Motorrädern multiplizieren ihr Geräusch in eine Riesenbrumm-Schallwelle. Warum soll ich drinnen sitzen, weil einige wenige in dieser Republik der Meinung sind, ihr Freizeitspaß kann allen anderen Nicht-Motorradfans ruhig auf die Nerven gehen? Es ist mir schleierhaft, warum Autos leise sein müssen, Motorräder aber nicht. Es scheint erst dann richtig Spaß zu machen, wenn‘ s ordentlich Getöse erzeugt. Und das sagen mir Motorradfahrer auch ins Gesicht, dass nämlich der laute Auspuff der eigentlich gute ist.

Nun sind wir in Neuhaus im Solling in einer besonderen Lage: fünf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen aus allen Himmelsrichtungen münden hier, ein wahrer Knotenpunkt der Vergnügungssüchtigen auf zwei Rädern. Von wegen in Neuhaus ist an Wochenenden nichts los! Interessantes Beispiel für bekloppte Verkehrsplanung: 250 Meter lang ab Ortsausgang Richtung Uslar gilt 100km/h, dann vor dem Wildpark-Parkplatz 70 km/h für ?? Meter, dann wieder 100 km/h. Können Sie sich vorstellen, was das bedeutet? Ein wahrer Brems- und Beschleunigungsrausch für Motorradfahrer, wenn sie sich denn überhaupt an die 70 km/h halten. Übrigens wird bereits innerorts „hochgezogen“, damit es sich auch richtig lohnt.

Doch wir sind ja nur EIN Ort unter vielen, der terrorisiert wird. Es macht mich wütend und aggressiv, und ich frage mich, warum diesem Treiben nicht Einhalt geboten wird. Denn wir sprechen hier über Manipulationen, die den zusätzlichen Lärm erzeugen. Endschalldämpfer werden ganz herausgeschraubt oder durch einen Zubehörauspuff mit EU-ABE (allgemeine Betriebserlaubnis) ersetzt. Der Trick ist, dass diese Nicht-Originalteile in irgendeinem europäischen Land eine Zulassung erhalten haben, jedenfalls nicht in Deutschland. Dafür aber schön Krach machen. Jeder zweite Harley-Davidson-Käufer nimmt übrigens laut Händlerauskunft einen lauten Aufpuff dazu.

Nun bin ich wirklich kein Kontrollfreak, aber ich weiß mir nicht anders zu helfen, als nach einer übergeordneten Regelung zu rufen. Wenn man denn einen Sünder erwischt, warum kann man das Fahrzeug nicht stilllegen? Auf Einsicht ist wohl kaum zu hoffen. Mein Eindruck ist eher, dass es den Motorradfahrern piepegal ist, was ihr Tun für eine Wirkung auf andere hat. Sie finden sich cool.

Und Biker haben Ansprüche, die sie freimütig anmelden: Biker wünschen sich gezielte Streckensicherung. Wie kann die Allgemeinheit dafür verantwortlich sein, wenn ich zu schnell oder nicht angemessen, wie es immer in Unfallberichten heißt, fahre? Das ist wohl die Denke, die die Alleebäume seinerzeit das Leben gekostet hat und auf Kinderspielplätzen überall weiche Matten unter die Klettergerüste legt. Wir sichern, sichern und sichern alles ab, wiegen uns im trügerischen Denken, dass ja nichts passieren kann.

Meine Erfahrung beim Fahren im Ausland ist, dass jeder deutlich vorsichtiger und umsichtiger fährt, wenn eben NICHT alles abgesichert ist. Die Verantwortung liegt viel mehr bei jedem Fahrzeugführer selbst, beim Auto- wie auch Motorradfahrer. JEDER muss so fahren, dass er andere nicht beeinträchtigt oder gar gefährdet.

Nicht vergessen: wir reden beim Motorradverkehr überwiegend über Freizeitverkehr. Motorisierte Zweiräder sind der Spitzenreiter und damit teuerstes Verkehrsmittel für die Gesellschaft. Sogenannte externe Kosten für Lärm, Treibstoff, Verschmutzung, vor allem aber Unfälle: Schäden, Rettung, Krankenhausaufenthalte etc. bezahlen wir alle mehr oder weniger freiwillig mit.

Für mich ist der öffentliche Verkehrsraum jedenfalls ist kein Vergnügungspark. Jeder verletzte oder tote Motorradfahrer ist einer zuviel. Ich hege keine Hass, ich bin nur verzweifelt. Jedem, der vernünftig fährt, sei der Spaß gegönnt. Doch diese Situation möchte ich einfach nicht mehr hinnehmen.

Vielleicht denken alle noch mal ein weiteres Jahr darüber nach. Bis zum 20. Tag gegen Lärm.
Angelika Reuter, Neuhaus im Solling

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Hotspots Getagged mit: